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Mittwoch, 15. September 2010

Vorsicht, Spießer! Wer die Hölle sucht, fährt nach Cuxhaven.


Man könnte meinen, die Deutschen liebten es, in Urlaub zu fahren. Doch selbst zwischen Sonntag, einem Regentag und Dienstag, an dem es ebenfalls regnete, sind Frohmut und Entspannung am Cuxhavener Strand ebenso wenig zu finden wie ein lauschiges Plätzchen im Strandkorb. Am Montag also, dem Tag als wir uns mit dem Hund von Bremen nach Cuxhaven aufmachten, schien zumindest die Sonne.

Radfahrer berherrschten mit ernsten Gesichtern und schwerem Tritt die Gehwege. Alte und Kinder machten sich mit schmatzenden Schritten auf, um im endlosen Watt das Meer zu suchen. Wir taten es nicht anders. Falline, der Hund, war völlig aus dem Häuschen. Annika, die Freundin mit der ich angereist war, auch.

Am Strand angekommen packen wir das Proviant aus. Dann ein Schrei. Zwischen Strandkörben und Windschutzmatten kommt eine nackte Frau hervor. Wir sind am FKK-Strand. Angezogen, doch das scheint das kleinere Problem zu sein. Zwischen zwei ausgelutschten Brüsten zischt die verrückte Nackte ihre drohenden Schimpflaute in die Nordsee. Verschwinden sollen wir, sofort. "Sonst hole ich die Strandaufsicht- und das kommt sie bedeutend teurer", keift die Nackte. Das Problem sind nicht in erster Linie unsere Klamotten, sondern der Hund- am FKK-Strand. Oh mein Gott.


Nach 5km Fussweg erreichen wir "Sahlenburg", der einzige Ort mit Hundestrand. Dort tront auch das baukötzlichengleiche Hochhaus, dass vorher hinter dem FKK-Strand aus dem Wald ragte. Doch als wir den Weg zum Strandübergang einschlagen, gibt es wieder kein Weiterkommen. "Der Hundestrand ist noch zwei Stationen weiter", sagt der Strandkorbwäter. Und zu dem Hund: "Da kannst du noch so müde gucken."
Genervte 400 Meter weiter fallen wir erschöpft vor einen der vergitterten Strandkörbe. Der Hund will jetzt mehr spielen. Nach einer halben Stunde ziehen wir weiter. Ungefähr 80 Meter, dann ist Schluss- "Ende des Hundestrandes".